Geschichte

Die freiwillige Feuerwehr Fichtenwalde, heute Ortsfeuerwehr in der Stadt Beelitz, wurde im Jahr 1947 gegründet. Der erste Wehrführer in Fichtenwalde war Paul Woratz. Den zur Gründungszeit etwa 15 Kameraden stand damals ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) zur Verfügung, der im Alarmfall mit einem Fahrzeug des örtlichen Kohlehändlers zum Einsatzort gezogen wurde. Als Garage diente zu der Zeit ein kleiner Bretterschuppen, in dem der Anhänger stand. In der ersten Zeit lief die Alarmierung der Kameraden den Recherchen nach nur über vier Handsirenen, die bei Bürgern im Ort verteilt waren, die bereits Telefon besaßen und sich so untereinander verständigen konnten, um die Feuerwehr zu alarmieren. Im Jahre 1953 wurde schließlich die erste elektrische Feuerwehrsirene auf dem damaligen Schulgebäude installiert. Diese konnte über einen am Schulgebäudeeingang für jedermann zugänglichen Druckknopfmelder ausgelöst werden. 1958 übernahm Otto Kuhnt die Fichtenwalder Wehr und im Folgejahr (1959) wurde dann das erste Gerätehaus der Fichtenwalder Feuerwehr vom Typ F 1 gebaut, an dessen Stelle heute der Neubau steht. Fichtenwalde wuchs zu jener Zeit kontinuierlich von einer Urlaubersiedlung zur Waldgemeinde, weshalb nun der Tragkraftspritzenanhänger für den örtlichen Brandschutz nicht mehr ausreichte und schließlich das erste motorbetriebene Fahrzeug für die Feuerwehr angeschafft wurde. Es handelte sich um ein Fahrzeug vom Typ Opel P 4. Dieser wurde Anfang der 60er Jahre durch einen Geländewagen vom Typ P 2 ersetzt, welcher nun auch den Anhänger ziehen konnte. Gegen Ende 1978 erhielt die Feuerwehr ein zusätzliches Einsatzfahrzeug vom Typ Garant - K 30 der es den Kameraden von nun an ermöglichte eine komplette Gruppe von 9 Mann, auf der Pritsche und geschützt durch eine Plane, zum Einsatzort zu transportieren. Des weiteren konnte abgesehen von Löschwasser, einiges Lösch- und Schlauchmaterial zum Einsatzort gebracht werden. Auch wurden der Feuerwehr jetzt die ersten Atemschutzgeräte zur Verfügung gestellt, die einen relativ sicheren Einsatz bei Gebäudebränden mit Menschenrettung ermöglichten. Ebenfalls 1968 wurde das Gerätehaus das erste Mal vergrößert, damit TSA und K 30 angekuppelt in der Halle Platz fanden. Wie wichtig damals schon die ständige Erneuerung von Technik war haben die schweren Waldbrände von 1975 und 1976 gezeigt. Bei einem dieser Waldbrände, welcher am 10. Mai 1976 in der Nähe des Güterbahnhofes Neuseddin ausbracht wäre beinahe auch die Ortschaft Fichtenwalde niedergebrannt, da sich das Feuer rasend schnell auf 386 Hektar ausbreitete und sogar über das zu jener Zeit etwas kleinere Autobahndreieck Potsdam sprang. Es gelang glücklicher Weise das Feuer ca. 200 m vor den ersten Fichtenwalder Häusern in der Schmerberger Straße zu stoppen. Der damalige Wehrführer Armin Obereisenbuchner (seit 1965) war tagelang mit seiner Mannschaft und unzähligen Fichtenwalder Bürgern im Einsatz um das Feuer völlig zu löschen (was größten Teils nur mit Schippe und Spaten ging). Auf Grund dieses schweren Waldbrandes beschafften die Kameraden von den damaligen russischen Besatzungstruppen ein LKW vom Typ G 5 und bauten ihn in völliger Eigenleistung innerhalb von vier Wochen zu einem Tanklöschfahrzeug mit 3500 l Wasser um. Schon Ende Juni 1976 war das Fahrzeug bei vielen Waldbränden hilfreich im Einsatz.
Als dann Ende der 70er Jahre die Sirene vom Schulgebäude zum Feuerwehrhaus umgesetzt wurde, kam schließlich (als das Telefonzeitalter für jedermann anbrach) die Anbindung an eine Post-Telefonleitung, welche fortan zusätzlich die überörtliche Alarmierung durch eine Feuerwehrleitstelle ermöglichte.
Da es schon damals mehr und mehr Bürger dauerhaft nach Fichtenwalde zog wurde auch das Gerätehaus vom Typ F1 zu klein und es begannen erst die Planung und bald darauf die baulichen Maßnahmen für den Anbau einer Fahrzeughalle, die nach ihrer Fertigstellung Mitte der 80er Jahre Platz für zwei große Feuerwehrfahrzeuge bot. Etwa in diesem Zeitraum wurde der Feuerwehr ein Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16 auf einem IFA W 50 zugeteilt welches den G 5, der heute Traditionsfahrzeug ist, ersetzte. Die Haupteinsatzaufgaben seit Gründung der Feuerwehr beliefen sich auf Waldbrände im Sommer und Sturmschäden (durch Schneebruch) im Winter, sodass jährlich etwa 50 oder mehr Einsätze anfielen. Auch Gebäude- und Wohnungsbrände gab es auf Grund von unkonventionellen Heizmethoden zu jener Zeit, die von der Feuerwehr gelöscht werden mussten. 1989, also kurz vor der Wende wurde dann auch der K 30 durch einen der letzten und somit nagelneuen ROBUR LO 2002, ebenfalls ein LF 8, ersetzt.
Unter Führung von Armin Obereisenbuchner wurde 1994 die Jugendfeuerwehr als erste in der Stadt Beelitz gegründet, um einerseits den Nachwuchs zu sichern und andererseits den Fichtenwalder Kindern eine interessante Freizeitgestaltung zu bieten. Das dies ein Erfolg war zeigte sich sofort, als der damalige Jugendwart Burkhard Kasten zum ersten Übungsabend der Jugend 14 Gründungsmitglieder zählen konnte.
Dieses Bild der Feuerwehr blieb dann bis auf die Indienststellung eines Kommandowagens vom Typ Trabant- Kübel im Jahr 1995 (der ebenfalls in Eigenregie der Feuerwehrleute von den DDR- Grenztruppen beschafft und umgebaut wurde) gleich. Das Bild des Ortes wandelte sich indes gegen Mitte der 90er Jahre gravierend, da mit dem Bau des neuen Wohngebietes begonnen wurde und bis heute etwa 300 Einfamilienhäuschen gebaut und ihre Besitzer die Wurzeln in Fichtenwalde verankert haben. Zeitgleich, jedoch unabhängig von der Entwicklung in Fichtenwalde, verschob sich auch der Aufgabenbereich der Feuerwehr von nahezu ausschliesslich Brandeinsätzen, hin zur technischen Hilfeleistung, die heute den größten Teil aller Einsätze ausmacht. Dieser Änderung hatte sich auch Jörg Obereisenbuchner, der 1996 seinen Onkel (welcher Stellvertreter blieb) ablöste, mit damals etwa 20 Kameraden zu stellen und die nun anfallenden Aufgaben zu bewältigen, was nicht immer einfach war, ihm aber dennoch stets gelang.